Vor 10 Jahren: Über 1000 Blechflöten am Strand – ein Weltrekordversuch

Weltrekordversuch am Strand von Keel auf Achill Island
31. Juli 2010: Schaffen wir es, in das Guinness Book of Records zu kommen?

Zehn Jahre ist das jetzt her. Auf den Tag. So viele Menschen hatte ich vor dem 31. Juli 2010 noch nie am Strand von Keel gesehen. Seit dem Vormittag bewegte sich ein steter Strom von Menschen über die Dünen hin zum breiten Sandstrand. So um die 2000 Personen waren es, schätzten die Veranstalter. Rund die Hälfte von ihnen hatte die typischen irischen Blechflöten in der Hand und waren auch gewillt, sie zu benutzen. Denn es ging um nichts weniger als einen Weltrekordversuch!

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Eine Erinnerung an den „Achill Voices“ Autoren Robert Redmond

Achill Voices (2007) von Robert Redmond
„Achill Voices“ (2007) – Robert Redmond

Es muss im Sommer 2006 gewesen sein. Ich stromerte mit einer Wandergruppe entlang der vielen steinernen Ruinen des verlassenen Dorfes, die am Hang des Berges Slievemore wie an einer Schnur aufgereiht stehen. Das fünfte Kapitel von Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“, in dem er diese Ruinen beschreibt, hatte ich schon in Auszügen vorgelesen und nun erkundeten meine Gäste die Häuser genauer und machten Fotos. Ich beobachtete derweil drei Männer, die den Hang zu den Ruinen heraufkamen. Sie blieben stehen, guckten sich um, redeten kurz miteinander, und gingen weiter. In meine Richtung.

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Auf den Zahn gefühlt

Zahn eines Pottwals
Zahn eines Pottwals

Irgendwas findet man ja meist beim Strandspaziergang – ob in Irland oder anderswo: ungewöhnliche Steine oder Muscheln, vom Meer geschliffene Glasscherben oder intakte Schnorchelbrillen. Aber manchmal liegt einem plötzlich etwas ganz Besonderes vor den Füßen. Wow! Was kann denn das sein? Und dann ist die Forscherlust geweckt. Zumindest bei mir. Foto gemacht, einer befreundeten Biologin geschickt und gewartet.

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Achill in Zeiten des Coronavirus

Keine Zufahrt mehr zu den Parkplätzen am Keel Strand und Keem Bay.
Keine Zufahrt mehr zu den Parkplätzen am Keel Strand und Keem Bay ©Tom Barron

Silvester war noch alles normal. Die Dudelsackbands spielten um Mitternacht und es gab Getränke und viele Menschen in den Pubs. Am Tag danach war Anbaden angesagt. Ab in den Atlantik – unter großem Gejohle der Menge!

St. Patricks’s Day war alles anders. Keine Dudelsackbands und die Pubs geschlossen (nur in Nordirland zu dem Zeitpunkt noch nicht). Self-isolation und social distancing waren die Zauberwörter. Das Coronavirus hatte Achill im Griff.

Seit letzter Woche dürfen die Iren sich nur noch in einem Radius von 2 km von ihrem Wohnort bewegen. Wegen der guten Wetterlage und der anstehenden Osterfeiertage wurde gestern beschlossen, dass im gesamten County alle öffentlichen Parkplätze – auch die an beliebten Stränden – abgeriegelt werden.

Heute Nachmittag starb dann die Hoffnung vieler Menschen, dass die Maßnahmen nach Ostern wieder gelockert würden: Regierungschef Leo Varadkar verkündete, dass die Maßnahmen noch weitere drei Wochen in Kraft bleiben werden. Bis zum 5. Mai 2020.